Gesunde Ernährung auch Aufgabe der Schulen:
Pilotprojekt Gemeinschaftsschule bietet Chance zur Trendwende
Berlin-Köpenick, 18. April 2007: Ernährungswissenschaftler warnen seit langem: Deutsche Kinder essen ungesund und wissen viel zu wenig über vollwertige Lebensmittel und deren Zubereitung. Mitschuld an der Misere ragen nach Einschätzung der Experten nicht zuletzt die Schulen; andererseits wird in einer ganztäglichen Betreuung die große Chance zur Trendwende gesehen. In Berlin plant der Senat für die kommenden Monate en Start von Pilotprojekten zur ganztägigen Gemeinschaftsschule an ausgewählten Bildungseinrichtungen. Welche Vorteile Ganztagsbetreuung auch in Ernährungsfragen bietet, kann man schon heute in der Freien Montessori Schule in Köpenick erfahren. In Berlins einziger Montessori-Gesamtschule, die auch zum Kandidatenkreis für eine Förderung als Pilotprojekt zählt, wird das Thema Ernährung seit langem groß geschrieben.
Deutsche Kinder sind zu dick, sie bewegen sich zu wenig, essen ungesund und haben große Wissenslücken, wenn es um Lebensmittel und deren Zubereitung geht. Ursächlich für die besorgniserregenden Entwicklungen sind nach Ansicht von Ernährungswissenschaftlern jedoch nicht nur familiäre Ernährungsdefizite, ungesundes Freizeitverhalten und die Werbelügen von angeblich gesunden Süßigkeiten. Mitschuld geben die Experten auch den bundesdeutschen Schulen: Das hier angebotene Essen sei häufig zu süß und zu fett; es gibt zu wenig Obst und Gemüse. Hauswirtschaftlicher Unterricht oder Ernährungskunde werden kaum angeboten. Und statt zum Pausenbrot zu greifen, nutzten viele Kinder Schulkioske und Snack-Automaten, um ihren Hunger zu stillen.
Eine einmalige Chance, den negativen Trend zu stoppen, sehen die Experten in einer ganztägigen Betreuung, wie sie auch der Berliner Senat im Rahmen von Pilotprojekten zur Gemeinschaftsschule an ausgewählten Schulen fördern will. Die Freie Montessori Schule in Berlin-Köpenick, die seit ihrer Gründung im Jahre 2004 Ganztagsbetreuung anbietet, gehört zum engeren Kandidatenkreis für eine Förderung als Pilotprojekt. Hier lässt sich schon heute erleben, welchen Beitrag Schulen zukünftig zur gesunden Ernährung leisten könnten.
"Gesundheitsförderliche Ernährung verstehen wir als Teil unseres Erziehungsauftrags", so Silvia Schulze, Koordinatorin der Freien Montessori Schule und des Kinderhauses Berlin. "Das fängt natürlich beim Schulessen an. Zweimal wöchentlich werden wir vom Biogroßhändler Terra mit frischem Obst, Gemüse, Milchprodukten, Aufstrichen und Cerealien beliefert. Das Vollkornbrot beziehen wir von der Demeter-Bäckerei "Märkisches Landbrot". Aus diesen Zutaten wird täglich ein Frühstücks- und Vesperbuffet für alle Schulkinder und Mitarbeiter zubereitet. Wasser und ungesüßter Tee stehen den ganzen Tag über bereit. Bei der Mittagsversorgung arbeiten wir seit unserer Gründung mit der Firma Luna Vollwert Catering zusammen, einem Anbieter für gesundes, hauptsächlich vollwertiges Schulessen mit einem hohen Bioanteil."
Besonderer Wert wird in Berlins einziger Montessori-Gesamtschule auch auf frühzeitige Ernährungserziehung gelegt. - "Schon bei unseren Kleinsten im Kinderhaus steht in jeder Gruppe eine kleinkindgerechte Küchenzeile mit Frühstücks- und Vesperecke zur Verfügung. Hier können die Kinder ihre Übungen des täglichen Lebens praktizieren. - Der selbst geschnittene Apfel schmeckt eben am allerbesten", erläutert Silvia Schulze: "Und schon die Kleinen kennen verschiedene Gemüse-, Obst- und Brotsorten, und sie begreifen, dass gesundes Essen wichtig ist. In der Schule bauen die Kinder ihre Kompetenzen dann kontinuierlich aus. Täglich übernehmen sie im Rahmen von Schülerpraktika Aufgaben bei Zubereitung und Ausgabe des Essens. Sie erwerben nicht nur elementare hauswirtschaftliche Fertigkeiten, sondern auch anwendbares Wissen rund um eine gesunde Ernährung. Außerdem erlernen und leben sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln."
Hochaufgelöstes Pressefoto
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Das beigefügte Foto dürfen Sie im Zusammenhang mit unserer Meldung frei verwenden. Bildunterschrift: Gesunde Ernährung ist auch Aufgabe der Schulen - Frühstücksbuffet in Berlins einziger Montessori-Gesamtschule (Foto: Freie Montessori-Schule). Druckfähiges Bildmaterial zum Downloaden finden Sie auch in unserem Online-Pressebereich unter
http://www.montessorischule-berlin.de/ .
Pressekontakt:
Martin Schaarschmidt
Tel. (0177) 625 88 86
eMail:
Sollten Sie unser Material nutzen, würden wir uns über die Zusendung eines Beleg-Exemplars an folgende Adresse sehr freuen: Freie Montessori Schule und Kinder-haus Berlin, Köpenzeile 125, 12557 Berlin.
Redaktioneller Hinweis:
Freie Montessori Schule und Kinderhaus Berlin sind eine Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis sechzehn Jahren in der Einheit von Kinderhaus und Ganztagsschule. Derzeit besteht die Einrichtung aus Kinderhaus, Grundschule und Oberschule in der Sekundarstufe I; der Aufbau der Sekundarstufe II wird angestrebt In der Einrichtung werden die konsequente Umsetzung einer umfassenden Montessori-Pädagogik und damit ein selbst bestimmtes Lernen gewährleistet. Ziel der Freien Montessori Schule sowie des Kinderhauses Berlin ist es, die Kinder und Jugendlichen mit ihren individuellen Begabungen und Neigungen zu achten, sie zu fördern und ihre Kompetenzen
zu entwickeln. Als selbstbewusste Persönlichkeiten sollen sie sich verantwortungsvoll in die Gestaltung der Gesellschaft einbringen können. Der Besuch der Bildungseinrichtung soll Kindern unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern ermöglicht werden. Weitere Informationen unter: www.montessorischule-berlin.de.