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Oktober 2010: Mit 11 SchülerInnen in Verdun

Wir haben eine erlebnisreiche Woche hinter uns gebracht – es hat mir viel Spaß gemacht, mit 11 freundlichen, hilfsbereiten, offenen und verständigen Jugendlichen Frankreich zu entdecken. Durch den direkten Kontakt mit den französischen Gastfamilien haben wir französisches Leben intensiv kennen gelernt: etwas lockerer und unorganisierter als bei uns (laissez-faire, savoir vivre) aber alles hat dann irgendwie geklappt - oft sehr hilfsbereit und unglaublich herzlich. Die vielen rauchenden Jugendlichen („Raucht ihr nicht, weil es so teuer ist?“) und die Gier nach Süßem hat uns eher erstaunt, Obst und Gemüse haben wir richtig vermisst.

Allen ist es gelungen, sich mit ihren Sprachkenntnissen durch zu schlagen, Freundschaften sind entstanden, einige wollen sich unbedingt wieder sehen.

Unsere Austauschschule in Verdun ist eine Fachoberschule, in der man auf dem Weg zum Fachabitur Grundkenntnisse in den Berufen BäckerIn, KonditorIn, Koch/Köchin, KellnerIn, KindergärtnerIn, AltenpflegerIn, KrankenpflegerIn, SekretärIn, Handel und Wirtschaft erwerben kann. Die Ausstattung der Küchen ist beeindruckend und die Gelegenheit, dort mitzuarbeiten, haben einige genutzt. Vielleicht gibt es ja demnächst die besten französischen Croissants von Berlin an der Monteschule! Auch ungewohnt war der starke Hang des französischen Schulsystems nach Überwachung, Beaufsichtigung und Hierarchie. Ich habe ein sehr offenes Lehrerkollegium kennen gelernt, das interessiert Fragen zur Montessori Pädagogik stellte und offen eingestand, mit den herkömmlichen pädagogischen Maßnahmen – Forderung von Disziplin und Bestrafung – keinen Erfolg mehr zu haben. Der Direktor der Schule hat uns gleich nach den Herbstferien besucht.

Es war eindrucksvoll und erschütternd, dem Ersten Weltkrieg da zu begegnen, wo er sichtbar tiefe Spuren hinterlassen hat – das wird uns nach den Herbstferien zum Teil noch weiter beschäftigen. Und ja, Paris ist eine Reise wert! Natürlich sind 7 Stunden viel zu wenig, aber es war trotzdem beeindruckend unter dem Eiffelturm zu stehen. Wir haben auch zu schätzen gelernt, wie gut es uns zu Hause geht und wie preiswert Berlin ist! Unser Programm war umfassend und vielseitig, Langeweile kam da nicht auf. Wir haben viele Ideen bekommen, wie der Kontakt zueinander und ein gemeinsames Lernen voneinander weiter gehen können – ich bin sehr gespannt darauf, wie es weiter geht. Diese Reise haben jedenfalls Alle als große Bereicherung empfunden.

Christiane

Fotoimpressionen

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